FSV 1921 Phönix Buttenheim e.V.

Leidenschaft & Tradition - seit 1921

Phönix Damengymnastik


Die derzeit aktiven Phönix-Turnerinnen

v.l.n.r. hintere Reihe:
Elisabeth Kliesch, Carmen Schweidler, Angelika Holschuh-Feick, Margit Schlund, Brigitte Langenbuch, Rita Sawinsky

v.l.n.r. vordere Reihe:
Helga Frank, Annemarie Friedel, Elisabeth Kauer, Heidi Neundörfer,Veronika Kraus, Maria Popa

Es fehlt:
Margarete Schilling, Hildegard Roidl

Abteilungsleiterin:
Margit Fritschi



50. Abteilungsgeburtstag der Phönix Turnerinnen


2021 kann der FSV Phönix Buttenheim auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurück-blicken. Seit 50 Jahren wird der Phönix schon von der Damengymnastikabteilung begleitet. Grund genug um einmal auf die vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken und den herausragenden Geburtstag ordentlich zu feiern.

Wir schreiben das Jahr 1969, genauer gesagt Ende Oktober 1969, Termin der Eggolsheimer Kerwa: Einige Damen fassten bei einem Glas Sekt im legendären Café Schumm den für die damalige Zeit revolutionären Entschluss, sich am kommenden Dienstagabend zum gemeinsamen Turnen im Ottoheim zu treffen. Die Kunde von der „Weibersportstunde“ machte im Dorf schnell die Runde und schon nach zwei-, dreimal lag die Zahl der sportelnden Frauen im zweistelligen Bereich. Was machen Männer nach dem Sport? Sie kehren ein. Ganz klar, dass das bei den Phönix-Turnerinnen auch dazu gehören sollte. Wenn schon – denn schon! Nicht genug, dass diese Frauen sich jetzt jeden Dienstag Zeit für sich nehmen und eine Stunde Sport treiben wollten, die gönnten sich danach auch noch eine ausgiebige Einkehr. Das schlug Ende ´69 schon knallhart ein! Alsbald wurden die ersten Männerstimmen laut, die dem aufmüpfigen Weiberhaufen gerade mal sechs Wochen gaben. Tja, und wie heißt es immer so schön: Und dann erst recht! 2019 jährte sich die Gründung der Gruppe nun zum 50. mal! Noch immer wird am Dienstagabend eine Stunde lang Sport getrieben und danach zur obligatorischen Mund- und Gaumengymnastik eingekehrt. In all den Jahren begleitete der kesse Trinkspruch: „Auf die Phönix-Turnerinnen: Ein dreifach kräftiges Brust raus – Brust raus – Brust raus!“ die sportbegeisterte Damenschar.

17 Jahre lang leitete Gründungsmitglied Ute Friesner die Abteilung. Mit ihr zog man vom einfachen Turnraum im Ottoheim in die Schulturnhalle um. Mit dem neuen, großen Übungsraum und dem umfangreicheren Angebot an Sportgeräten konnte die Gymnastikstunde noch abwechslungsreicher gestaltet werden. Alles wurde ausprobiert, kein Gerät ausgelassen. Damals wurden auch etliche Tänze einstudiert, die dann am Phönix-Faschingsball zur Aufführung kamen. Mit dem Übungsleiterinnen-Kleeblatt Helga Frank, Christine König, Monika Kalb und Margit Fritschi (damals noch Frank) ging das Geschehen ab Januar 1987 in der Abteilung nahtlos weiter. Margit Fritschi, die 1982 bereits die Schriftführung der Phönix-Turnerinnen übernommen hatte, fungierte ab 1987 auch als Abteilungsleiterin. Mit vier verschiedenen Leiterinnen war in den Gymnastikstunden nun für ein Höchstmaß an Abwechslung gesorgt. Über einen sehr langen Zeitraum pendelte die Zahl der Mitglieder um die 80. Das Mitgliedsalter erstreckte sich von 18 bis 70 Jahre. Neben den dienstäglichen Aktivitäten standen damals Halbtages- und Tagesausflüge, Fahrradtouren, Spargel- und Martinigansessen, Wanderungen, Grillabend, Besuche von Polterabenden von Abteilungsmitgliedern, Hochzeitsspaliere, ein genialer Faschingsabend sowie eine Nikolaus- bzw. Weihnachtsfeier auf dem Programm. Schon längst waren die turn- und einkehrfreudigen Frauen aus dem Sportverein Phönix nicht mehr wegzudenken. Dieter Bohlen würde dazu wohl sagen: Das Gesamtpaket passte einfach! Bei den Phönix-Turnerinnen war gute Laune Trumpf. Es ging stets darum, Spaß zu haben und sich in der Gemeinschaft wohlzufühlen, ebenso wie um sportliche Ziele: Ausdauer, Beweglichkeit, Fitness und Energie steigern, um der eigenen Gesundheit zu dienen. Und so schallte es nach erfolgtem Training nur allzu oft im geselligen Rund um den kleinen, aber feinen Turnerinnenwimpel Dienstagnacht beim Vereinswirt und großen Gönner der Abteilung Hansi Modschiedler: „...vielleicht ist noch ein Spender da!“

Der Turnerinnenfasching war jedes Jahr ein besonderer Höhepunkt im Kalender. Mit dem „BB=Betthupferl-Ball“ begann 1982 in den Räumen von Kellerwirt Bubi Grimm eine Ära, die 2004 mit der „Orientalischen Nacht“ beim „Hansi“ zu Ende ging. Die Besucherzahlen sanken und man konnte sich schlichtweg die Musik für einen solchen Abend nicht mehr leisten. Schade!

Dass es eine solche Frauengruppe nicht nur vor Ort hält, war alsbald klar. Unter der Leitung von Annemarie Friedel fanden erste Halbtagesausflüge in die nähere Umgebung statt: Hersbrucker Schweiz, Würzburg, Fränkische Schweiz. Es dauerte nicht lange, die „Nachbarschaft“ war quasi „abgegrast“ und es wurden attraktive Tagesausflüge angeboten. Freizeitparks (Tripsdrill, Holidaypark) wurden besucht, der Bayerische Wald, Frankenwald, Thüringer Wald angefahren, bekannte Bäder (Marienbad, Bad Kissingen, Bad Mergentheim, Bad Brückenau) unsicher gemacht. Beliebt waren Städtetouren (Rüdesheim, Heidelberg, Stuttgart, Frankfurt, Augs-burg) und besonders interessant Ausflüge in den ehemaligen „Osten“ (Leipzig). 1998 fiel der Startschuss für die Wochenendfahrten der Damengymnastikabteilung, die heute noch in aller Munde sind: Berlin, Wien, Prag, Erfurt, Schleswig, Bodensee, Elsass, Dresden. Die Turnerinnen flogen wahrlich in jegliche Himmelsrichtung aus. Dass diese Fahrten so lange stattfinden konnten, lag daran, dass sich viele Freundinnen der Abteilung anschlossen. Denn nur mit einem vollen Bus, war es möglich, zu erschwinglichen Preisen die Welt gemeinsam zu erkunden. Die Bus-kosten stiegen, die Lenkzeiten wurden beschränkt, die Teilnehmerzahlen sanken. Als Margit Fritschi und Helga Frank anlässlich des 40-jährigen Abteilungsbestehens 2009 zu einem Viertagesausflug mit minutiös ausgearbeitetem Programm in den Schwarzwald einluden, mussten sie eine wahrhaft herbe Niederlage einstecken. Die Jubiläumsreise wurde mangels ausreichender Beteiligung abgesagt und das Ende der Busausflüge war damit besiegelt. Wieder eine Ära, die zu Ende ging, leider!

1994 wurde unter dem Motto: „Wer einen Baum pflanzt, glaubt an die Zukunft der Menschen“ mit einem Silberabend im „Hansi-Saal“ der 25. Abteilungsgeburtstag in großer Runde gefeiert. 1999 musste man mit dem Jubiläumsabend zum 30. bereits in die Räume des Löwenbräukellers ausweichen. Das Programm der Feier unter dem Motto „Schwarz-Rot“ wird wohl nicht mehr zu toppen sein. Ob das der Zenit der Abteilung war? Der 35., 40. und 45. Geburtstag wurden jedenfalls in zunehmend kleinerem, weniger spektakulärem Rahmen gefeiert.

„Schwarz und Rot ist unsere Farbe, dir bleiben wir ewig treu!“ – so klang es in früheren Zeiten aus vollem und ehrlichen Herzen. Die Zeiten haben sich seither stark verändert! Unsere Welt ist unverbindlicher, egoistischer, hektischer, oberflächlicher, schnelllebiger geworden. Ein prägnanter Spruch aus der Jubiläumsansprache zum 30. Abteilungsgeburtstag scheint heute aktueller denn je: „Viele machen die Erfahrung, dass sie ständig rotieren und dass ihnen doch die Mitte fehlt.“ Am gleichen Abend sagte der damalige Bürgermeister und derzeitige Landrat Johann Kalb: „Die Phönix-Turnerinnen sind aus Buttenheim nicht wegzudenken!“  Ja, auch wenn es anders als in früheren Jahrzehnten läuft, die Turnerinnen haben ihre „Mitte“ nach wie vor am Dienstagabend von 20 bis 21 Uhr in der Turnhalle der Deichselbachschule und danach in einem der verbliebenen Lokale vor Ort. Die traditionsreiche Damensportgruppe ist nach wie vor beliebt, wenn auch mit deutlich weniger Mitgliedern, gehobenem Altersdurchschnitt und weitaus kleinerem Jahresprogramm. Seit über einem Jahrzehnt zeichnet Helga Frank, die 2019 ihren 80. Geburtstag bei bester Gesundheit feiern konnte, für die bewährte, höchst zuverlässige Leitung der Sportstunde verantwortlich. Obwohl im Laufe der Jahre Christine König, Monika Kalb und Margit Fritschi als Übungsleiterinnen wegbrachen, war es für Helga Frank, die 1969 wohl in der dritten Gymnastikstunde zu den Turnerinnen stieß, nie ein Thema, den Sportbetrieb mit „ihren Frauen“ aufzugeben. Mit bemerkenswerter körperlicher Fitness bietet sie Woche für Woche (außer in den Ferien!) ein abwechslungsreiches Gymnastikprogramm mit musikalischer Untermalung für ihre kleine, aber feine Truppe an. Neben den üblichen Sportgeräten wie Reifen, Sprossenwänden, Langbänken, Springseilen, Gymnastikbällen kommen Dynabänder, Hanteln, Mobi- und Igelbälle zum Einsatz. Die Verwendung von Balancekissen schwebt ihr schon lange vor, wenn diese nur nicht so teuer wären. Dank ihrer unermüdlichen, autodidaktischen Fortbildung im Hinblick auf altersgerechten Sport fließen ständig neue Übungen aus Bereichen wie Yoga, Stretching, Entspannung, Pilates, Mondphasengymnastik in ihre Sportstunden ein. In den Sommermonaten wird das sportliche Programm durch attraktive Radtouren mit schmackhaften Einkehrpausen ergänzt. Nach bestimmten Anlässen kehrt die lustige Damenriege gerne auch privat zum Feiern ein. Im aktuellen Terminkalender der Turnerinnen sind der gemeinsame Bittgang nach Ketschendorf, das Gartenfest vor der Sommerpause sowie die traditionelle Weihnachtsfeier zum Jahresabschluss im Vereinsheim fest verankert. Außerdem kann man die rührigen Gymnastikdamen nach wie vor vielfältigst einsetzen. Sei es bei der alljährlichen FePro-Kräuterbüschelaktion, sei es zur Ausstattung des Seniorennachmittages am Kerwamontag mit Kuchen oder auch als aktive Helferin vor Ort, sei es frühmorgens als Reinigungkraft am Festwochenende „900 Jahre Buttenheim“, sei es ... Seit 2019 übernehmen einige Frauen der Abteilung die Bewirtung des traditionellen Phönix-Schafkopfrennens.


Übungsleiterin Helga Frank mit Jubiläumskuchen

Am Samstag, 9. November 2019 stand nun endlich der Jubiläumsabend der Damengymnastikabteilung unter dem Motto „50 Jahre sind es wert, dass man das besonders ehrt!“ an. Der Abteilungsleiterin Margit Fritschi war es ein großes Anliegen, nicht nur in der Gaststätte bei Speis und Trank zu feiern und auf die abwechslungsreiche, bewegte Geschichte der Abteilung zurückzublicken, sondern auch Gott Dank zu sagen für die vergangenen sportlichen, nahezu unfallfreien Jahre und das genossene, gemeinsame Vergnügen. So begann also der Jubelabend mit einer Wortgottesfeier in der St. Bartholomäuskirche. Als Tochter einer Turnerin der ersten Stunden konnte Margit Fritschi den Gottesdienst voll umfänglich auf die Festgäste zuschneiden. Ein meditatives Gedenken an die verstorbenen Abteilungsmitglieder lag allen sehr am Herzen. Nach diesem besinnlichen Auftakt warteten auf dem Marktplatz zwei „Taxen“, um die geladenen Gäste nach Drosendorf in den Landgasthof Zehner zu chauffieren. Ein herzliches Dankeschön auch an dieser Stelle an Waltraud Röscher, Otto und Markus Lamm sowie Sabine und Jürgen Reinlein, die uns hierbei höchst unkompliziert unterstützten.

Meditatives Zentrum zum Totengedenken in der Wortgottesfeier

Mit einem Sektempfang startete der kulinarische und gesellige Teil im schönen Ambiente des Zehnerschen Wintergartens. Die vorbestellten Speisen schmeckten nach einem „Dreifach kräftigem Brust raus!“ vorzüglich und ein ansprechender Abend nahm seinen Lauf. Nebenbei wurden Ordner mit Einladungen und Berichten zu vergangenen Veranstaltungen und Ausflügen gewälzt, wodurch so manche „alte Gschichtla“ auf den Tisch kamen und für Gelächter sorgten. Margit Fritschi streifte in einer kleinen Ansprache den Werdegang der Turnerinnen und betonte dabei den Wert einer derart verankerten Gruppe. Gut, dass die sechs Gründungsmitglieder an diesem Abend zumindest durch Waltraud Mosner, die langjährige Gymnastikkassiererin, würdig und zuverlässig vertreten waren. Großen Anklang fand das Jubiläumsgeschenk des Sportvereins: die Übernahme der Kosten für das Abendessen. Durch einen „unbekannten“ edlen Spender blieben auch das leckere Dessert sowie Blumenpräsente u.v.a.m. kostenfrei. Im Laufe des Abends gesellte sich Vorstand Dieter Karmann zur Gruppe, lobte die Damen für ihr Durchhaltevermögen und verteilte Urkunden an alle Abteilungsmitglieder. Mit einem Blumengruß bedachte er Helga Frank und Margit Fritschi verbunden mit dem eindringlichen Wunsch, dass alle gemeinsam noch viele Jahre gesund und munter durchhalten mögen. Schmunzeln erzeugten dann Fotos der Turnerinnen aus längst vergangenen Tagen, die Vorstand Karmann in alten Phönix-Festschriften aufgetan hatte. Margit Fritschi übermittelte schließlich auch Glückwünsche von Bürgermeister Michael Karmann, der rehabedingt nicht persönlich anwesend sein konnte. Er beschenkte die Sportlerinnen mit eigens für diesen Anlass zurückgelegten, roten und schwarzen Sportbeuteln „900 Jahre Buttenheim“. Mit einem selbstgebackenen Jubiläumskuchen überraschten die aktiven Damen ihren „Sportmotor“ Helga, die daraufhin ohne Zögern versprach: „Für euch mache ich weiter, bis ich umfalle!“


Wenn sich Menschen ihre Liebe zum Verein über viele Jahrzehnte hinweg bewahren, so wie es bei einer Vielzahl von Phönix-Turnerinnen der Fall ist, dann kann man mit Fug und Recht darauf sehr, sehr stolz sein.

 

Herzlichen Glückwunsch und weiter so!

Auch wenn das Alter ungefragt voranschreitet, so bleibt doch zu hoffen, dass der Erkennungsspruch der Phönix-Damen „Ein dreifach kräftiges Brust raus!“ auch in Zukunft noch lange nicht verstummen wird. Mögen den Mitgliedern dieser Traditionsabteilung noch möglichst viele gemeinsame Turnerinnenjahre in gesunder und sportlicher Runde beschieden sein!